Junge behinderte Menschen in (Alters)Heimen und stationären psychosozialen Einrichtungen in Tirol

Die Volksanwaltschaft hat im Rahmen ihrer Kommissions- und Berichtstätigkeit immer wieder auf einen eklatanten Missstand hingewiesen:

die Fehlunterbringung junger Menschen mit Behinderung (also unter 60 jährige) in Alten- und Pflegeheimen, die Problemkreise

Starke Bevormundung, manchmal höchstproblematischer Freiheitsentzug,

oft fehlende Barrierefreiheit,

Fehlplatzierungen junger Menschen mit Behinderungen,

fehlende Beschwerdemöglichkeiten,

geringe Entlohnung in Tageswerkstätten und

Beschwerden über Sachwalterschaften.

In Tirol sind und werden sogar Kinder in der forensischen Psychiatrie in Hall untergebracht! Auch im Jahre 2017!

Über die ungesetzliche Unterbringungen in der Erwachsenenpsychiatrie von Kindern und Jugendlichen wurde mehrfach berichtet.

Insgesamt sind 170 Personen zwischen 20 und 60 Jahren davon betroffen, im Bereiche der Kinder- und Jugendlichen sind sogar mehr als 800 fremduntergebracht.

De-Institutionalisierung, Ambulant vor stationär, Forderungen der UN-Behindertenmenschrechtskonvention, der KInderkonvention werden in Tirol auch noch zögerlich umgesetzt.

 

Hilfestellung bei bipolarer Störung in Tirol

http://http://www.tt.com/panorama/gesellschaft/12625347-91/vom-ich-hinaus-in-die-welt.cspwww.tt.com/panorama/gesellschaft/12625347-91/vom-ich-hinaus-in-die-welt.csp

Der Verein Gesellschaft für bipolare Störungen in Tirol  bietet

Beratung und Hilfe

finden Betroffene bei einem Facharzt für Psychiatrie und der Tiroler Gesellschaft für Bipolare Störung (Innrain 43, 6020 Innsbruck, Tel: 0677 61 44 58 88, Internet: www.tgbs.at). 

Angehörige finden Unterstützung bei HPE Tirol – Hilfe für Angehörige psychisch Erkrankter – unter der Tel. 0699/172 380 60 oder per E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! .

Oase in der Psychiatrie Innsbruck

11.Feber 2017

Der heutige „Tag der Kranken“ wurde 1993 anlässlich des Gedenkens an alle von Krankheiten heimgesuchten und gezeichneten Menschen von Papst Johannes Paul II. eingeführt. 

Es soll aber auch ein Tag der Solidarität, der Hoffnung und der Zuversicht sein. 

Die Oase gibt PatientInnen, aber auch Angehörigen die Gelegenheit zum Gespräch bei Kaffee und Kuchen.

Jeden Freitag, 14 bis 15.30 Uhr, im Wintergarten der Psychiatrie

 

Selbsthilfegruppe Depression und Burnout

Die Gruppentreffen der Selbsthilfegruppe „Depressionen und Burnout überwinden“ finden im Februar 2017 an folgenden Tagen statt. Wir sind eine offene Gruppe und freuen uns auf Dich:
 
Dienstag, den 14. Februar 2017:   ab 17:30 Uhr bis ca. 19:30 Uhr
 
 
Thema: Eine Fantasiereise, Austausch, Bericht über den Workshop“„ Balance zwischen ich und Wir“
 
Dienstag, den 28. Februar 2017: - ab 17:30 Uhr bis ca. 19:30 Uhr
 
 
Thema: Wir schauen uns einen Film an
 
„Morton Mies“ – Wie die Depression siegt und wie sie scheitert“
Teil 1
 
Treffpunkt; Gruppenraum 2, in den Räumen der SelbstHilfeTirol
Dachverband der Tiroler Selbsthilfevereine u. -gruppen
im Gesundheits- und Sozialbereich

Innrain 43/Parterre, 6020 Innsbruck

T: ++43(0)512-57 71 98   F: ++43(0)512-56 43 11
M: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
www.selbsthilfe-tirol.at
 
 
www. depressionenundburnout.beepworld.de
 

Freiheitsbeschränkungen Psychosoziale Einrichtungen für Kinder- und Jugendliche ohne Kontrolle

Im Rahmen des neuen Sachwalterrechts (Erwachsenenschutzgesetz) war vorgesehen auch das Heimaufenthaltgesetz dahingehend zu ändern, dass alle Einrichtungen in denen Kindern- und Jugendlichen untergebracht sind einer unabhängigen Kontrolle

durch das Vertretungsnetz - wie bei Erwachsenen - erfolgen. 

Gleicher Rechtsschutz für alle Kinder und Jugendlichen ist aus Ersparnisgründen weiterhin nicht gegeben, obwohl im Staatenbericht der UNO diese Rechtslücke kritisiert wurde.

Ebenso ist im Bereiche des Maßnahmenvollzugs die Freiheitsbeschränkung ohne Kontrolle durch das Vertretungsnetz/Patientenanwaltschaft und somit einer gerichtlichen Kontrolle entzogen.

Auch in der Forensik in Hall in Tirol sind immer wieder Kinder- und Jugendliche untergebracht, ebenso in der Psychiatrie in der Erwachsenenstation.

Die Rechtsstellung von Menschen mit Behinderung muss in strikter Anwendung des Menschenrechtsansatzes unter Berücksichtigung der bestehenden verfassungsrechtlichen Rahmenbedingungen (B-VG, PersFrG, EMRK, BVG Kinderrechte) sowie der europa- und völkerrechtlichen Vorgaben (insb Grundrechtecharta, UN-Behindertenkonvention, UN-CRPD) gestärkt werden. Zahlreiche Erfahrungen der Vergangenheit (Stichwort Missbrach in Heimen!) zeigen auf, wie gefährdet und missbrauchsanfällig besonders vulnerable Personen wie Kinder sind, die in Institutionen leben müssen. Aktuell wurde der Missbrauch in psychiatrischen Abteilungen thematisiert, noch immer ein Tabu-Thema: 

Stellungnahme zu sexuellen Grenzverletzungen durch Personal einer psychiatrischen Krankenanstalt - 27.09.2016 (74,6 KiB)

 

Sexualisierte Gewalt an Frauen in psychiatrischen Abteilungen

Aufgrund von Meldungen an die Volksanwaltschaft wurde das Thema sex. Gewalt in psychiatrischen Abteilungen behandelt. 

Stellungnahme des Menschenrechtsbeirates (MRB) an die Volksanwaltschaft (VA) Sept. 2016
Bericht der MRB-Arbeitsgruppe zum Thema „Sexuelle Grenzverletzungendurch Personal einer psychiatrischen Krankenanstalt – Eingriff ins Recht auf sexuelle Selbstbestimmung und die Menschenwürde“

Stellungnahme zu sexuellen Grenzverletzungen durch Personal einer psychiatrischen Krankenanstalt - 27.09.2016 (74,6 KiB)

Siehe auch den aktuellen Artikel im Standard:

http://mobil.derstandard.at/2000051818304-1981/Strukturelle-Gewalt-an-behinderten-Kindern-wie-viele-Skandale-braucht-es

Diese Stellungnahme behandelt Möglichkeiten zum Schutz von Frauen und Mädchen vor sexuellen Übergriffen und das Recht auf Selbstbestimmung in psychiatrischen Kliniken.

Als weitere Präventionsmaßnahme wird aufgrund von Erfahrungen in Tirol auch zu nennen sein:

Recht auf weibliche Behandlungspersonen in psychiatrischen Abteilung für Wahrung der Intimsphäre, besonders auch bei Kindern und Jugendlichen, besonders in der Nacht und bei Pflege.

Stopp der Videoüberwachung in Bad und WC

Recht auf Kontakt zur Außenwelt.

Recht auf Konsiliardienste  und Besuch

Gerichtliche Überprüfung der Einhaltung der Menschenwürde nach §1 Unterbringungsgesetz.

 

Regierungsprogramm: Verbesserungen in der psychiatrischen Behandlung

Psychotherapie: Wer kann sich das leisten?

Die meisten Menschen mit seelischen Problemen können sich in Österreich eine Psychotherapie nicht leisten, eine Stunde kostet ab 80 Euro, die Rückvergütung von der Tiroler Gebietskrankenkasse beträgt nicht einmal 22 €. Das Tiroler Modell sieht zwar eine Behandlung bei schweren psychossozialen Krisen auf Krankenschein vor, doch die Vergütung durch die Krankenkasse ist ein Verlustgeschäft für die Therapeuten, Außerdem ist die Transparenz und die Vergabepraxis nicht gegeben. Bei akuten Problemen kann man nicht warten, bis ein kostenloser Therapieplatz frei wird, außerdem ist die freie Therapeutenwahl und eine wohnortnahe Versorgung praktisch unmöglich. 

Bereits im Jahre 2013 wurde die Petition Verbesserung der psychosozialen Gesundheit im Lichte der UN-Konvention von Mag. Otto Westreicher eingebracht, die eine Behandlung auf Krankenschein fordert.

Aufgrund der beiden Petitionen an den Tiroler Landtag:

"Verbesserung der psychosozialen Gesundheit in Tirol im Lichte der UN-Konvention" von Mag. Otto Westreicher

"Verbesserung der psychosozialen Versorgung in Tirol" von Mag. Norbert Erlacher (HPE)

fand die Enquete unter dem Titel Verbesserung der psychosozialen Gesundheit in Tirol am 2.Juni 2014 statt:

Verbesserung der psychosozialen Gesundheit im Lichte der UN-Konvention- vom Petitionseinbringer Mag. Otto Westreicher

Im neuen Regierungsprogramm wurde nun eine Verbesserung für Menschen mit psychosozialen Krisen, insbesondere im Bereiche einer leistbaren Behandlung mit Umsetzung ab Juli 2017 beschlossen.

http://www.wienerzeitung.at/_em_daten/_funkinform/2017/01/30/170130_arbeitsprogramm1718.pdf

Neue Petition: Anerkennung der Peerausbildung als Sozialberuf

Eingereicht von den Genesungsbetreuern (Peer Berater) und Unterstützern

Initiative WHY (Selbsthilfegruppe, Mitglied bei SELBSTHILFE TIROL)

Peer Beraterin

Gerda Mattersberger           

Unterstützen sie die Petition: Zustimmung 

https://portal.tirol.gv.at/LteWeb/public/ggs/petition/petitionDetails.xhtml?cid=260135&id=14239

Die Petition im Wortlaut:

Wir fordern, dass die Landesregierung von Tirol die Ausbildung zur Peer- Beraterin/ zum Peer – Berater gesetzlich als Sozialberuf anerkennt. Angestrebt wird eine gesetzliche Regelung wie in Oberösterreich, wo Beratungs- und Informationsdienste von Peers sowie Angebote zur Aus- und Weiterbildung im Sozialberufegesetz verankert sind.

Begründung:

Ein definiertes Ziel der UN Behindertenkonvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen ist, die Beratung von Menschen mit Behinderungen durch selbst betroffene Menschen zu ermöglichen:

Artikel 24 des Übereinkommens normiert in (3)a.) „Zu diesem Zweck ergreifen die Vertragsstaaten geeignete Maßnahmen, um die Unterstützung durch andere Menschen mit Behinderungen „(Originaldokument: facilitating peer support) zu gewährleisten.

Artikel 26 besagt; Vermittlung von Fähigkeiten und Rehabilitation

(1)  „Die Vertragsstaaten treffen wirksame und geeignete Maßnahmen, einschließlich durch die Unterstützung durch andere Menschen mit Behinderungen, um Menschen mit Behinderungen in die Lage zu versetzen, ein Höchstmaß an Selbstbestimmung, umfassende körperliche, mentale, soziale und berufliche Fähigkeiten sowie die volle Inklusion in alle Aspekte des Lebens und die volle Teilhabe an allen Aspekten des Lebens zu erreichen und zu bewahren. Zu diesem Zweck organisieren, stärken und erweitern die Vertragsstaaten umfassende Dienste und Programme zur Vermittlung von Fähigkeiten und zur Rehabilitation, insbesondere auf dem Gebiet der Gesundheit, der Beschäftigung, der Bildung und der Sozialdienste.“

Bei beruflichen Angelegenheiten ist in der UN-Konvention im Artikel 27 d.) ausgeführt: „Menschen mit Behinderungen wirksamen Zugang zu allgemeinen fachlichen und beruflichen Beratungsprogrammen“.

Quelle: UN-Behindertenrechtskonvention,Übereinkommen und Fakultativprotokoll über die Rechte von Menschen mit Behinderungen

(https://www.sozialministerium.at/site/Service_Medien/Infomaterial/Downloads/UN_Behindertenrechtskonvention)

Im Qualitätsstandards-und Leistungskatalog der Tiroler Behindertenhilfe werden im Anhang „Anerkannte facheinschlägige Ausbildungen in der Tiroler Behindertenhilfe Stand 07.Mai. 2015“ aufgelistet, unter diesen befindet sich auch die „Peerausbildung z.B.  GenesungsbegleiterInnen EX-IN“.

Quelle: Qualitätsstandards Tiroler Behindertenhilfe (https://www.tirol.gv.at/fileadmin/themen/gesellschaft-soziales/soziales/Sonstiges/Qualitaetsstandards-Leistungskatalog/Qualitaetsstandards_und_Leistungskatalog_Stand_7_Mai_2015.pdf)

Dr.Klaus Schiffer als Mitglied der Steuerungsgruppe „Transparenz in der Tiroler Behindertenhilfe“ des Landes Tirol hat bei der 8.Internationalen Psychiatrietagung in Nals (16.-17.Okt.2015) in seinem Vortrag über die UN-Menschenrechtskonvention hervorgehoben, dass im neuen Reha-Gesetz für Tirol die Peerausbildung als Sozialberuf verankert gehört und auch so geplant sei.

Quelle: www.provinz.bz.it/gesundheitswesen/aktuelles/archiv-tagungen.asp?aktuelles_action=4&aktuelles_article_id=147741

Der Tiroler Monitoringausschusses zur Förderung und Überwachung der Umsetzung der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen empfiehlt in seiner Stellungnahme vom Oktober2016 ausdrücklich eine von Trägervereinen bzw. Leistungsanbietern unabhängige Peer-Beratungsstruktur einzurichten.

Quelle; Empfehlungen zum Reha-Gesetz-NEU Eine Stellungnahme des Tiroler Monitoringausschusses

(https://www.tirol.gv.at/fileadmin/themen/gesellschaft-soziales/UN-Konventionen/downloads/Stellungnahme_Reha-Gesetz-NEU-Empfehlungen_Endfassung.pdf)

 

 

 

Trauriger Rekord: Todesfälle durch psychische Krankheiten in Tirol

Trauriger Rekord: Noch nie starben so viele Menschen in Tirol wie der Todesursachenstatistik des Gesundheitsministeriums die Zahlen für Tirol für 2015 ausweisen:

Tote durch psychische Erkrankungen :141 und 95 Tote durch Selbstmord
Von den 141 Toten durch psychische Erkrankungen (ohne Selbstmord):
46 Todesfälle durch Alkohol und 8 Todesfälle durch Drogen
Dazu muss man sagen, dass die Todesfälle durch Alkohol (mit dem Vergleich zu Deutschland) man in Tirol von 400 Todesfällen durch Alkohol ausgehen muss, bei Nikotin von noch mehr.